Wesermarsch

Landkreis Wesermarsch – Frauenbüro. Ursula Berhold/Almut Setje-Eilers: „Ist denn da was gewesen?“: Frauen in der Wesermarsch im Nationalsozialismus. Oldenburg 1996, S. 210

„‘Da haben die hier auch überall in der Gegend Möbel von holländischen Juden verkauft.‘ […] Anna Bruns über den Verkauf von Möbeln aus jüdischem Besitz: ‚Da haben die hier auch überall in der Gegend Möbel von holländischen Juden verkauft. Auch in Elsfleth. In der Endphase des Krieges, ab August 1944, als die Schulen geschlossen waren, war ich von der Stadtverwaltung für die Versorgung der Ausgebombten aus Köln und für die Flüchtlinge aus dem deutschen Osten eingesetzt. Wir hatten für die Flüchtlingsküche auf dem Bahnhofsgelände eine Güterschuppen für die Lagerung von Rüben, Kartoffeln, Rüböl und Zuckerschnitzel zur Verfügung. In einem der Güterschuppen habe ich Möbel gesehen. Man sprach von ‚Beuteware‘, die auf Binnenschiffen von Holland gekommen sei. Ich weiß, daß ausgebombte Elsflether Bürger (Seemannsfamilien aus Hamburg und Bremen) davon bekommen haben. Ich habe auch gesehen, daß auf dem Flur zur Stadtkasse, linker Eingang, kurzfristig Möbel gestanden haben, keine schweren Möbelstücke, eher Büromöbel. Wer die Verwaltung bzw. Verteilung und Verkauf der Möbel unter sich hatte, kann ich nicht sagen. Ich weiß aber von meiner Freundin, die in der Stadtkasse angestellt war, daß es über die Stadtkasse verrechnet wurde. Aber auch sonst wurden hier im Umkreis von Elsfleth Möbel aus Holland verkauft.‘ Günther Bühring: ‘Einige Leute im Dorf holten sich die Judenmöbel. Ich weiß, daß sich verschiedene Leute ganz und gar mit Judenmöbel eingedeckt haben, auch in Neuenfelde. Bei einem Bauern in Deichstücken war die ganze Scheune mit Judenmöbel voll.‘“