Von 1942 bis 1944 beschlagnahmte der Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg unter der Bezeichnung M-Aktion das Inventar von über 70.000 Wohnungen deportierter oder geflohener Juden in Frankreich und den Beneluxländern. Mit Güterzügen oder Frachtschiffen transportierte man die Wohnungseinrichtungen über Holland in das Deutsche Reich, vor allem in den ehemaligen Gau Weser-Ems, wo die sogenannten „Hollandmöbel“ zum größten Teil in Markthallen, stillgelegten Betrieben und Gastwirtschaften verkauft wurden. Für die Abwicklung vor Ort waren die regionalen Wirtschaftsämter zuständig. Sie sorgten für die Weiterleitung in die einzelnen Gemeinden, mieteten Verkaufsräume, schalteten Verkaufsanzeigen, stellten Personal ein, erstellten die Käuferlisten mit dem jeweiligen Verkaufserlös und leiteten den Erlös nach Abzug der Unkosten an das Landeswirtschaftsamt Bremen weiter. Man bot entweder die gesamte Ladung an, oder organisierte die Verkäufe tageweise getrennt z.B. nach Porzellanwaren, Möbeln und Teppichen. Angekündigt wurden diese „Verkäufe“ durch Aushänge oder in der regionalen Presse. Für den Gau Weser-Ems sind über 250 Anzeigen nachgewiesen, die für einen oder mehrere Verkaufstermine warben. Nach vorsichtigen Schätzungen belief sich der Erlös dieser Güter allein für den Gau Weser-Ems auf 3,2, Millionen Reichsmark.

 

 

 

 

Der Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg und die „M-Aktion“

Der Verkauf von „Judenmöbeln“ der „M-Aktion“ 1942-1944 im Gau Weser-Ems

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