Christina Hemken, Museumsdorf Cloppenburg

Die Bedeutung, die der Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (ERR) für die Provenienzforschung des Museumsdorfs Cloppenburg hat, wurde erst im Laufe der Untersuchung deutlich. Berühmt-berüchtigt ist der ERR vor allem durch den groß angelegten Kunstraub und die Plünderung von Bibliotheken und Archiven in den von den Nationalsozialisten besetzten Ländern. Als sogenannte „M-Aktion“, wobei „M“ für Möbel steht, bezeichnet die Aneignung des gesamten Wohnungsinventars der zumeist geflohenen bzw. deportierten jüdischen Bevölkerung. Dieses Vorgehen stand bisher weniger im Fokus der Forschung. Neben anderen, z.T. konkurrierenden Unternehmungen war der ERR sicherlich die effektivste Plünderungsorganisation der Nationalsozialisten.

Für die Provenienzforschung des Museumsdorfs ist vor allem die „M-Aktion“ in den besetzten Beneluxländern und Frankreich von Bedeutung. Bereits wenige Monate nach der Okkupation wurde der ERR in den besetzten Ländern tätig; er folgte den Besatzungstruppen sozusagen auf dem Fuß. Namensgeber war der „Chefideologe“ des NS-Staates Alfred Rosenberg (1893-1946), der u.a. Leiter des Außenpolitischen Amtes (seit 1.4.1933), Beauftragter des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP (seit 23.1.1934), Leiter des ERR für die besetzten Gebiete Westeuropas (ab 17.7./17.9.1940) und Reichsminister für die besetzten Ostgebiete (ab 17.7.1941) war. Ermächtigt durch den Führerbefehl vom 5. Juli 19401 und gestützt durch zahlreiche Vorschriften, Verordnungen und Erlasse, die den Raubzügen den Nimbus von Legalität verleihen sollten, eröffnete Rosenberg bereits am 17. Juli 1940, kurz nach der Besetzung Frankreichs, in Paris die erste Außenstelle des ERR, das Amt Westen (ab 1942 Dienststelle Westen).

Der ERR war vorerst in drei selbstständige Hauptarbeitsgruppen (HAG) gegliedert: Frankreich (Paris), Belgien und Nordfrankreich (Brüssel) und Niederlande (Amsterdam).2 Zu den Hauptarbeitsgruppen gehörten jeweils fünf Sonderstäbe für Musik, Bildende Kunst, Vorgeschichte, Bibliotheken und Kirchen. Nach der Besetzung großer Teile Europas kamen bis Mitte 1943 weitere Hauptarbeitsgruppen und Sonderstäbe hinzu.
Relativ rasch begann der ERR mit der planmäßigen Plünderung der Museen, Privatsammlungen, Bibliotheken und Archive. Allein in Frankreich war der ERR so erfolgreich, dass z.B. über 20.000 Kunstwerke entwendet wurden, und in der Sowjetunion raubte man über 500.000 prähistorische, volkskundliche und kunsthistorische Objekte.3 Entsprechend zufrieden zeigte sich der Leiter, Alfred Rosenberg, über die enorme Arbeitsleistung des ERR, wie er es in seinen Tagebüchern mehrfach festhielt.4 Darüber hinaus setzte er sich vor allem für die Lösung „juristischer Schwierigkeiten“ im Rahmen der Enteignungen wiederholt bei Hitler ein.5

Der „große“ Erfolg weckte Begehrlichkeiten und schürte Eifersucht bei konkurrierenden Unternehmungen. So bot Hermann Göring Unterstützung beim Transport der wertvollen Kunstwerke durch die Luftwaffe an, forderte im Gegenzug aber den Zugriff auf die Werke für seine eigene Privatsammlung.6 Der Generalkommissar für Finanzen und Wirtschaft der besetzten Niederländischen Gebiete bat den Minister für Finanzen im Februar 1942, die „Sammelstelle für feindliche Hausgeräte Heim in Holland“ mit der Aufgabe zu betrauen, das in den Wohnungen der geflohenen oder deportierten Juden verbliebene Inventar zu verwerten.7 Die Arbeit des ERR war jedoch bis dahin so erfolgreich, dass Rosenberg Anfang 1942 mit dieser zusätzlichen Aufgabe, der sogenannten „M-Aktion“, betraut wurde.

Daraufhin löste der ERR die „Sammelstelle für feindliche Hausgeräte Heim in Holland“ ab, die sich bis dahin mit der Verwertung des in den Häfen lagernden Umzugsguts der geflohenen Juden befasst hatte. Eingerichtet im November 1940 schrieb die „Sammelstelle für feindliche Hausgeräte Heim in Holland“ die Speditionen an, die Lifts, die Umzugscontainer, jüdischer Eigentümer zur „Verwertung“ freizugeben.8 Die Speditionen sahen sich verständlicherweise außerstande, die „nicht-arischen“ Container unter den ca. 2.000, die in den Häfen der Niederlande und Belgiens auf den Weitertransport warteten, zu benennen.9 Daraufhin beschlagnahmte man vorerst alle Container und verfuhr nach demselben Prinzip wie bei den Enteignungsverfahren in Deutschland: Objekte von Wert wurden sofort sichergestellt und auf öffentlichen Auktionen in Den Haag versteigert, zu denen auch deutsche Kunsthändler eingeladen wurden. „Gebrauchsgegenstände normalen Wertes […] dürfen im Wege der Vermietung genutzt werden“, hieß es, und man transportierte die Güter ab Juli 1942 u.a. nach Mannheim, Lübeck, Rostock, Köln und Münster. Allein nach Lübeck und Mannheim sollen 500 bis 600 Lifts geliefert worden sein.10

Anfang 1942 richtete der ERR in Paris, Amsterdam und Brüssel Hauptarbeitsgruppen für die „M-Aktion“ ein. Kurt von Behr war in Paris für die Organisation verantwortlich, wobei er gleichzeitig auch Leiter des erfolgreichen „Sonderstabs Bildende Kunst“ des ERR war. SS-Sturmbannführer Albert Schmidt-Stähler übernahm die Leitung der „M-Aktion“ in den Niederlanden; in Belgien hatte diese Funktion Einsatzleiter Mader. Den jeweiligen Geschäftsstellen wurden je nach Land Regionsvertretungen zugeteilt. Offiziell sollten die beschlagnahmten Güter zum Aufbau der besetzten östlichen Gebiete dienen, tatsächlich ist aber kein einziger Transport dahin nachgewiesen.11

Die Organisation und Durchführung war mit Hilfe von Dienstanweisungen strikt geregelt. Die Mitarbeiter hatten eine Schweigepflichterklärung zu unterschreiben, die auch nach dem Austritt Gültigkeit besaß und deren Verletzung als Landesverrat geahndet wurde.12 Allgemein sollte die Beschlagnahmung möglichst wenig Aufsehen erregen und wenn nötig als Vergeltungsmaßnahme dargestellt werden.13

In dem „Geschäftsbericht der Dienstelle Westen, Paris vom 15. September 1943“ wird die Vorgehensweise ausführlich beschrieben.
Demzufolge wurden spezielle Hausraterfassungsteams gebildet, die aus einem Mitarbeiter und einem Dolmetscher bestanden. „Bei dem Erfassungsbeamten ist eine vollkommene charakterliche Sauberkeit unbedingt notwendig. […] Es ist jedoch erforderlich, daß der dem Erfassungsbeamten beigeordnete Dolmetscher ebenso sauber zum Dienst erscheinen muß“. Die Mitarbeiter verschafften sich Zugang zu den entsprechenden Wohnungen und erstellten einen „Wohnungsbefund“, in dem das Inventar vollständig aufgenommen und geschätzt wurde. Objekte von Wert, wie Schmuck, Edelsteine, Aktien oder Geld, wurden sofort sichergestellt. Die Wohnungsbefunde leitete man danach an das „Transportkommando“ weiter, so dass die Räumung der Wohnung organisiert werden konnte. Nach der Räumung brachte man die Güter in Lagerräume, wo das Inventar sortiert und wenn nötig repariert wurde.14

Von den Depots transportierte man es auf dem Wasserweg oder per Schiene nach Deutschland. Nach der Inventaraufnahme versiegelte man die Wohnungen für einen oder zwei Monate, weil man sicher gehen wollte, dass es sich wirklich um ehemalige jüdische Wohnsitze handelte und nicht um Behausungen, deren Bewohner verreist waren. Der Verweis auf den Leerstand diente Rosenberg als lapidares Argument im Nürnberger Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher: „Die Besitzer waren ja alle nicht da.“15

Die Vorgehensweise des ERR sah in den Niederlanden ganz ähnlich aus. Mindestens zwei Mitarbeiter der Hausraterfassungskommissionen stellten die jeweiligen Inventarlisten in den Wohnungen zusammen, vermerkten einen Schätzwert für die Einrichtung und sorgten für die sofortige Beschlagnahmung wertvoller Gegenstände. In der Regel erfolgte die Räumung der Wohnungen durch die holländische Firma Puls, dessen Inhaber Abraham Puls seit 1934 Mitglied der nationalsozialistischen Bewegung in den Niederlanden war. Daher hat sich für derartige Aktionen in den Niederlanden der Begriff „pulsen“ durchgesetzt.16

Mitunter transportierte man die Güter aber auch mit Hilfe sogenannten Deckschooten direkt auf den Grachten zu den Lagerräumen.
Aber nicht nur die Wohnungserfassung und deren Räumung vor Ort versuchte man ständig zu optimieren, sondern auch die weiteren logistischen Abläufe. Es wurden sogenannte Normkisten entwickelt, die zielgerichtet den Bedarf der deutschen Bevölkerung decken sollten. So wurden bereits in den Depots Kisten gepackt, die wie die Kiste „51“ Küchengeräte für eine größere Familie enthielten. Sie wurde durch die „Normkiste 101“ abgelöst, die das komplette Wohnküchen-Inventar einer vierköpfigen Familie umfasste, inklusive Wäsche, Geschirr, Besteck usw.17

Man richtete Lagerräume mit direktem Zuganschluss und Depots in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Ausfuhrhäfen ein, häufig in der Nähe von Büros der Spedition Kühne & Nagel, die in vielen Fällen für den Weitertransport zuständig war.
Der reibungslose Ablauf der „M-Aktion“ und die gute Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Dienststellen wurde vor allem in den Niederlanden immer wieder lobend hervorgehoben. Das lag nicht zuletzt am Reichskommissar für die besetzten Niederländischen Gebiete Arthur Seyß-Inquart, der die Arbeit des ERR unterstützte, und dessen persönliche Vorteilnahme und Bereicherung noch nicht abschließend geklärt ist.18 Dagegen gab die mit den deutschen Besatzern kollaborierende Vichy-Regierung in Südfrankreich erst unter massivem Zwang und relativ spät, im Frühjahr 1944, ihre Zustimmung zur „M-Aktion“. Hier vermuteten die Mitarbeiter des ERR hochwertige Wohnungseinrichtungen wohlhabender Bürger, in deren Besitz auch wertvolle Kunstwerke seien.
Aufgrund der erschwerten Transportmöglichkeiten legte man fest, dass nur einwandfreies Inventar nach Deutschland verbracht werden sollte und mindere Gebrauchsgegenstände an bedürftige Franzosen abgegeben werden könnten.19
Über das eingesetzte Personal gibt es unterschiedliche Angaben. Im „Gesamtleistungsbericht bis zum 31. Juli 1944“ aus Paris vom 8. August 1944 wird festgehalten, dass die durchschnittliche Personalstärke der Dienststelle Westen aus 83 männlichen und 30 weiblichen Angestellten bestand, unterstützt von 1200 bis 1500 französischen Arbeitern, die hauptsächlich für den Transport, das Sortieren und Verpacken eingesetzt wurden. Zudem stellte der Sicherheitsdienst 700 Juden für die Dienststelle Westen ab, die gleichzeitig in den Sammellagern des ERR interniert wurden.20 Im Bericht der Dienststelle Westen vom 8. August 1944 wird festgehalten, dass für die 1.037 geräumten Wohnungen im Monat Juli 1944 insgesamt 1252 Wagen mit 5496 Arbeitern benötigt wurden und als Begleitpersonal von der ERR-Dienststelle im Tagesdurchschnitt 43 Angehörige der Reichsbahn, 22 des SS-Postschutzes, 11 Polizisten und 42 Dolmetscher eingesetzt waren.21

Im „Ergänzungs- und Leistungsbericht der Dienststelle Westen vom 22.3.1944“ wird zur Personalsituation festgehalten, dass für die Standorte Nordfrankreich, Belgien und Holland insgesamt 115 Beamte und Angestellte zur Verfügung stünden, dies sei viel zu wenig, vor allem weil sie aufgrund der anspruchsvollen Arbeit eine gewisse Zeit als „Anlaufzeit“ und zum „Anlernen“ benötigten.22

Immer wieder kam es von deutscher Seite zu Klagen über den Zustand der Objekte, und es hieß Gegenstände wären mutwillig zerstört, verschmutzt oder gar gestohlen worden. Einheimische Arbeitskräften würden in großem Maße die Arbeit durch Sabotageakte behindern.<sup<23 Der Inspekteur der Dienststelle Westen bemängelte in seinem Bericht vom 16.6.1944 den „schwunghaften Handel mit dem Wohnungsinventar“ durch Einsatzkräfte des ERR und die einheimische Bevölkerung.<sup<24 Auch die komplette Räumung versiegelter Wohnungen durch „unbekannte Täter“ wurde immer wieder beklagt.25 Dagegen gab es aber auch andere Stimmen, wie in den „Meldungen aus dem Reich“ aus Münster festgehalten wurde. Hier beschwerte sich der mögliche Abnehmerkreis darüber, dass die Möbel aus Villen stammten und sich daher aufgrund ihrer Größe für die eigenen Wohnungen nicht eigneten.26

Wie gründlich und planmäßig der ERR bei der Requirierung fremden Eigentums vorging, zeigen u.a. die Leistungsberichte des ERR. Im „Räumungsnachweis für die Zeit vom 26.3.1942-31.7.1943“ war allein in den Niederlanden die Rede von 22.623 „geräumten“ Wohnungen. Die listenmäßige Aufstellung in sechs Provinzen verdeutlicht, dass der Einsatzstab die Niederlande praktisch „durchkämmt“ hatte. In jeder kleinen Ortschaft fahndete man nach entsprechenden Wohnungen. Einträge mit jeweils einem geräumten Objekt sind häufig vertreten, daneben aber auch die „Leistungsbilanz“ aus Amsterdam mit 13.806 geräumten Wohnungen.27

Exakte Zahlen zum Gesamtumfang der „M-Aktion“ gibt es nicht. Am ehesten geben die Leistungsberichte des ERR Auskunft über das unvorstellbare Ausmaß der Plünderungsaktionen. Allein in den Niederlanden soll von 1942 bis 1944 das Inventar von mindestens 29.000 Wohnungen erfasst und abtransportiert worden sein. Auf dieses Ergebnis könne der Leiter der Hauptarbeitsgruppe Niederlande Schmidt-Stähler und seine Mitarbeiter „wirklich stolz sein“, wie es in einem Schreiben vom 26. Juli 1944 aus der Zentralstelle des ERR in Berlin heißt.28

Der Abschlussbericht der Hauptarbeitsgruppe Niederlande hat sich im Gegensatz zu dem der Dienststelle Westen in Paris leider nicht erhalten. Im „Gesamtleistungsbericht bis zum 8. August 1944“ ist vermerkt, dass insgesamt 69.512 jüdische Wohnungen vollständig erfasst worden waren und deren Inventar abtransportiert wurde. Dafür wurden über eine Million Kubikmeter Frachtraum benötigt; der Transport erfolgte mit 26.984 Waggons bzw. 674 Zügen. Darüber hinaus wurde den Mitarbeitern, die in Frankreich im Referat Sonderaufgaben bis Ende Juli 1944 beschäftigt waren, Möbel und Einrichtungsgegenstände im Wert von 1.516.186,- RM zur Verfügung gestellt.29

Warum die „M-Aktion“ für die Provenienzforschung des Museumsdorfs Cloppenburg von Bedeutung ist, zeigt am besten ein Vergleich der Lieferungen in die verschiedenen Gaue des Deutschen Reichs. Von den im Bericht der Dienststelle Westen erwähnten 26.984 Waggons sind 18.665 Waggons zur „Weiterverwertung“ für die Bevölkerung auf die einzelnen Gaue verteilt worden, die restlichen Waren wurden an Reichslager, SS-Divisionen etc. geliefert. Von diesen 18.665 sind alleine in den Jahren 1942 bis 1944 insgesamt 5.988 Waggons im Gau Weser-Ems angekommen. Das sind 32 Prozent der Gesamtlieferungen, während in die Gaue Köln-Aachen lediglich 1.457, Baden 939, Südhannover-Braunschweig 422, München-Oberbayern 80 und Schleswig-Holstein 287 Waggons transportiert wurden. Deutlicher werden die Unterschiede, wenn man die Lieferungen in die einzelnen Städte miteinander vergleicht. Städte im Gau Weser-Ems, wie Oldenburg mit 884, Osnabrück mit 1.269, Wilhelmshaven mit 441 und Delmenhorst mit sogar 3.260 Waggons, sind im Vergleich zu Hamburg mit 2.699, Berlin mit 528, Köln mit 1.261, Essen mit 518, Kassel mit 60 und Stuttgart mit 186 Waggons überproportional großzügig bedacht worden.30

Der Unterschied ist im Fall der aus den Niederlanden gelieferten Güter noch auffälliger. Da der Abschlussbericht aus dem Jahr 1944 nicht erhalten geblieben ist, muss man auf den „Leistungsbericht Hauptarbeitsgruppe Niederlande für die Zeit vom 26.3.1942 – 31.7.1943“ zurückgreifen. Von den insgesamt 586 Binnenschiffen, die mit dem sogenannten „Hollandgut“ beladen waren, sind allein 334 in den Gau Weser-Ems gefahren; 57 Prozent der Gesamtleistung bis Juli 1943 gelangte also allein in den Nordwesten. Im Vergleich dazu sind z.B. nur 17 „Kahnladungen“ in den Gau Essen, eine Ladung in den Gau Südhannover-Braunschweig, neun in den Gau Westfalen-Süd mit den Städten Bochum, Paderborn und Bottrop und acht Ladungen in den Gau Schleswig-Holstein transportiert worden. Wenn man dann die Lieferungen in die einzelnen Städte einander gegenüberstellt, wird die Diskrepanz noch größer. 45 Schiffsladungen kamen nach Hamburg, 15 nach Köln, sieben nach Essen, eine nach Hannover, eine nach Stuttgart, drei nach Mannheim und zwei nach Frankfurt. Demgegenüber erhielt Oldenburg 29 Schiffsladungen, Osnabrück 22, Nordhorn fünf, Aurich 23, Bremen 38, Emden 30, Wilhelmshaven 51. Selbst auf die Nordseeinsel Norderney verbrachte man die Ladung von vier Schiffen.31

Offiziell sollten die Güter an „Bombengeschädigte“ im Deutschen Reich ausgegeben werden, was obige Aufstellung eindeutig widerlegt, da der Gau Weser-Ems nicht zu den Regionen mit den meisten Bombenschäden gehörte.
Man kann davon ausgehen, dass der tatsächliche Umfang der Plünderungsaktionen noch um ein Vielfaches höher liegt und die genannten Zahlen nur einen ungefähren Wert wiedergeben. So taucht in der Statistik des ERR das in den Häfen Belgiens und der Niederlande lagernde Umzugsgut der aus Deutschland emigrierten Juden, das entweder vor Ort veräußert oder nach Deutschland transportiert wurde, gar nicht auf. Ebenso wenig wurden die geräumten Wohnungseinrichtungen untergetauchter Juden, die im Zuge groß angelegter Razzien 1943 in den Niederlanden entdeckt wurden, oder auch die Güter, die „verdienten Parteigenossen“ überlassen, oder unter der Hand verkauft und verschenkt wurden, nicht in den „Leistungsbilanzberichten“ verzeichnet.

Die in den Standorten des Niedersächsischen Landessarchivs erhalten gebliebenen Transportlisten der Schiffe, die aus Amsterdam oder Rotterdam in den Gau Weser-Ems fuhren, zeigen, dass man praktisch alles geplündert hat. Egal, ob es sich um Nähmaschinen, Badewannen, Linoleumrollen, Trittleitern, Kinderwagen, Uhren und natürlich Möbel oder Textilien handelt. Auf den Listen finden sich darüber hinaus Stempel des ERR, mitunter der Spedition Kühne & Nagel, und der Name des Kapitäns, des Schiffes, des Lagers, Angaben zum Beladungszeitraum und zum Bestimmungsort.32

Der Grund für die überproportional große Zahl von Lieferungen in die Weser-Ems-Region liegt wahrscheinlich im vergleichsweise problemlosen Transportweg. Das sogenannte „Hollandgut“ wurde vor allem auf dem Wasserweg in den Nordwesten transportiert. Dabei muss es sich aber nicht zwangsläufig um Güter aus den Niederlanden handeln, sondern diese Dinge können auch im Zuge der „M-Aktion“ aus Belgien oder Frankreich auf dem Schienenweg in den Gau Weser-Ems gelangt sein. Von Anlieferungspunkten, wie z.B. Bremen, Oldenburg, Osnabrück, Emden und Wilhelmshaven, wurden die sogenannten „Hollandmöbel“ auf die Landkreise im Gau verteilt.

Dort überließ man die Waren unentgeltlich „Bombengeschädigten“, oder, was der Regelfall war, man veräußerte sie möglichst gewinnbringend. In der Anordnung zur „Verwertung von Judengut aus Holland“ schrieb der Reichsstatthalter in Oldenburg und Bremen die genaue Vorgehensweise vor. Die Güter sollten erst in entsprechende Depots verbracht, dann nach Quantität und Qualität sortiert und gegebenenfalls repariert werden, um sie daraufhin für die Abgabe oder den Verkauf vorzubereiten. Die schon in den besetzten Gebieten vorgenommene Separierung der Sachgüter nach zu erwartendem Verkaufserlös wurde vor Ort weitergeführt: „Die unter dem Judengut gefundenen Wertsachen sind dem Gauleiter zur Verfügung zu stellen“.33 Hier waren die Wirtschaftsämter für das weitere Prozedere verantwortlich. Sie kümmerten sich um den Weitertransport in die einzelnen Gemeinden, sorgten für Verkaufsräume, gaben Verkaufsanzeigen auf, stellten Personal ein, erstellten Käuferlisten mit dem jeweiligen Verkaufserlös und leiteten den Gewinn nach Abzug der Kosten an das Landeswirtschaftsamt Bremen weiter.

Bekannt gemacht wurden die „Holland-Möbel-Verkäufe“ in der Presse oder durch Aushänge. Allein für den Gau Weser-Ems sind mehrere Hundert Ankündigungen für Verkäufe in der regionalen Presse zu finden. Wenn der Verkauf organisiert war, Räume zur Verfügung standen und Personal vor Ort war, transportierte man die Güter von den Lagerräumen zu den Verkaufsorten. Dabei handelte es sich z.B. um Gastwirtschaften, Markthallen oder stillgelegte Betriebsgebäude. Dort fanden an einem oder mehreren Tagen Verkäufe statt. Man bot die gesamte Ladung an, oder man organisierte die Verkäufe tageweise, z.B. getrennt nach Porzellanwaren, Möbeln und Teppichen. Aber auch Waren ganz anderer Art wurden annonciert, so kündigte die eigens für derartige Verkäufe gegründete“ Treuhandverwaltung Delmenhorst“ in einer Anzeige des Delmenhorster Kreisblatts den Verkauf von 30 Klavieren am 13. April 1943 an.35 Das Angebot beschränkte sich nicht nur auf Wohnungsinventar. Es wurde auch mit Vieh gehandelt, und die Stadt Leer erwarb in Zuge der „Hollandgut-Verkäufe“ einen Schwimmkran aus Holland und zwei Portalkräne aus Belgien.36 Man gab aber auch Güter kostenlos an Krankenhäuser, Schulen, Theater, die NSV oder andere Einrichtungen der NSDAP ab.

Diese Warenflut an billig zu erwerbenden Gegenständen weckte natürlich auch Wünsche und Erwartungen, die man auf dem „direkten Weg“ zu erfüllen wünschte. So ersuchte der Osnabrücker Regierungspräsident Dr. Schultz in einem Schreiben vom 26. April 1944 an den Beauftragten des Reichskommissars für die besetzten Niederländischen Gebiete für die Provinz Groningen, Hermann Conring, um Mobiliar für 15 neu einzurichtende Dienstzimmer.37 Die in Gründung befindende Nationalpolitische Erziehungsanstalt im Ursulinenkloster in Haselünne wandte sich mit konkreten Wünschen am 14.6.1943 an das Landratsamt Meppen mit den Worten: „Betr.: Judenmöbel aus Holland. Die Anstalt benötigt besonders …“.38 Dabei beschränkte man sich nicht nur auf die eigene Region, wie die Korrespondenz eines Lingener Kaufmanns, der sich wiederholt nach neuen Lieferungen von „Hollandmöbeln“ bei einem Hamburger Auktionator erkundigte, beweist.39

Das Interesse der Bevölkerung an den „Schnäppchenverkäufen“ lässt sich eindrucksvoll anhand der Käuferlisten, die von den Wirtschaftsämtern für die Abrechnung mit dem Landeswirtschaftsamt verfasst wurden, ablesen. Demzufolge kann man für die Weser-Ems-Region allein anhand der erhaltenen Listen von weit über 7.000 Verkaufsaktionen ausgehen.40
Dabei profitierten nicht nur die Käufer von den Angeboten, sondern auch ortsansässige Handwerker verdienten durch die Reparatur der Möbel, genauso wie die Veranstalter der Verkaufsaktionen, Lagerverwalter, Gutachter und Spediteure und nicht zuletzt die „Reichskasse“, der alle Einnahmen nach Abzug der Unkosten überwiesen wurden. Der Erlös dieser „Hollandgut-Verkäufe“ beläuft sich nach vorsichtigen Schätzungen für den Gau Weser-Ems auf über 3,9 Millionen Reichsmark.41

Wie präsent diese „Schnäppchenjagd“ in der Bevölkerung war, beweisen zahlreiche Augenzeugenberichte aus Weser-Ems.42 Aus Hamburg wird berichtet: „Wir hatten noch keine Versorgungsnöte […] Noch lagen im Hafen die Schiffe mit dem beschlagnahmten jüdischen Eigentum aus Holland. Die einfachen Hausfrauen auf der Veddel trugen plötzlich Pelzmäntel, handelten mit Kaffee und Schmuck, hatten alte Möbel und Teppiche aus dem Hafen, aus Holland, aus Frankreich“.43

Mitunter meldeten sich auch kritische Stimmen, die auf das mit den Gütern verbundene Unrecht hinwiesen und es ablehnten, sich daran zu bereichern. Aber diese Einwände waren sicherlich die Ausnahme und beeinträchtigten den florierenden Handel mit dem gestohlenen Gut nicht. Dass es sich dabei um „Judenmöbel“ handelte, war dem überwiegenden Teil der Bevölkerung ganz bestimmt bewusst, und die Käufer beteiligten sich damit öffentlich und wissentlich an den Ausplünderungsverfahren der Nationalsozialisten.

Natürlich blieben die Raubzüge der Nationalsozialisten auch den Alliierten nicht unbekannt. Bereits in der „Alliierte[n] Erklärung über die in den vom Feinde besetzten oder unter seiner Kontrolle stehenden Gebieten begangenen Enteignungsverfahren“ vom 5. Januar 1943 ist dieses Verbrechen festgehalten.44 Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass bereits ab Juli 1945, wenige Monate nach Kriegsende, die britische Militärregierung die Landräte in der Weser-Ems-Region auffordern konnte, eine komplette Aufstellung der Käufe von derartigem Eigentum zu verfassen und an sie weiterzuleiten. Man veröffentlichte die Weisung in der regionalen Presse, es wurden Gemeindediener ausgeschickt, um alle Haushalte zu befragen, und im Oldenburger Münsterland wurde sie außerdem von der Kanzel verlesen.

Die Ergebnisse können allerdings nur lückenhaft sein, da der Großteil des Aktenmaterials auf Aufforderung des Reichswirtschaftsministeriums in der Verordnung zur „Behandlung von Entjudungsakten“ vom 16. Februar 1945 vernichtet werden sollte.45
Ob sich im Museumsdorf Cloppenburg außer der erwähnten Standuhr, der Kommode und der vom Wirtschaftsamt Cloppenburg überlassenen Objekte noch mehr „Hollandmöbel“ befanden, bzw. befinden, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen.46 Genauso wie in den Privathaushalten der Region können diese Objekte nicht nur direkt bei den Verkäufen erworben worden sein, sondern Jahre oder Jahrzehnte später in die Haushalte oder ins Museum gelangt sein. Darüber hinaus wurde nach Aussage regionaler Händler noch bis in die 1970er Jahre mit dem sogenannten „Hollandgut“ gehandelt. Die Ungewissheit der Provenienz vieler Objekte betrifft natürlich nicht nur das Museumsdorf Cloppenburg, sondern zahlreiche Museen der Weser-Ems-Region mit vergleichbaren Beständen. Wie aktuell das Thema Provenienzforschung des „Hollandgutes“ ist, zeigt nicht zuletzt die bei einer „Judenauktion“ 1942/43 erworbene Terrine, die dem Museumsdorf anlässlich der Ausstellung „1942/43 – der lokale Horizont von Entrechtung und Vernichtung“, mit „Erleichterung“ angesichts des damit verbundenen Unrechts, wie es die Spenderin ausdrückte, 2017 übergeben worden ist.47

 
Anmerkungen
[1] Befehl des Chefs des Oberkommandos der Wehrmacht, Generaloberst Keitel, v. 5. Juli 1940 an den Oberbefehlshaber des Heeres betr. „Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg“ und seine Aufgaben in den besetzten Westgebieten. (Dokument PS-137) In: Hans-Günther Seraphim: Das politische Tagebuch Alfred Rosenbergs aus den Jahren 1934/35 und 1939/40. Göttingen 1956, S. 177.
[2] Willem de Vries: Sonderstab Musik. Organisierte Plünderungen in Westeuropa 1940-45. Köln 1998, S. 36f.
[3] Anja Heuß: Kunst- und Kulturgutraub. Eine vergleichende Studie zur Besatzungspolitik der Nationalsozialisten in Frankreich und der Sowjetunion. Heidelberg 2000, S. 357.
[4] Jürgen Matthäus, Frank Bajohr (Hg.): Alfred Rosenberg. Die Tagebücher von 1934 bis 1944. Frankfurt a.M. 2015, S. 336, 357, 367f., 472f. u. 503f.
[5] Matthäus, Bajohr (wie Anm. 4), S. 350; Aktennotiz Rosenbergs für Hitler v. 16. Sept. 1940 betr. Sicherstellung von Kulturgut in Frankreich und den anderen besetzten Gebieten. In: Seraphim (wie Anm. 1), S. 182.
[6] „Hatte er [Göring] anfangs betont, dass es ihm nur um etwa 15 Bilder gehe, übernahm er dann doch 700 Werke aus den Beständen des ERR“ (Ernst Piper: Der Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg. In: Inka Bertz, Michael Dorrmann [Hg.]: Raub und Restitution. Kulturgut aus jüdischem Besitz von 1933 bis heute. Göttingen 2008, S. 113-119, hier S. 117).
[7] Bundesarchiv (im Weiteren: BArch) Berlin, R 177/774.
[8] BArch Berlin, R 177/772.
[9] BArch Berlin, R 177/775.
[10] BArch Berlin, R 177/772.
[11] BArch Koblenz, B 126/68475.
[12] Gerard Aalders: Geraubt! Die Enteignung jüdischen Besitzes im Zweiten Weltkrieg. Köln 2000, S. 360; Peter R. Manasse: Verschleppte Archive und Bibliotheken. Die Tätigkeiten des Einsatzstabes Rosenberg während des Zweiten Weltkrieges. St. Ingbert 1997, S. 52; BArch Berlin, NS 30/226.
[13] BArch Koblenz, B 126/68475.
[14] BArch Koblenz, B 323/259; BArch Berlin, NS 30/12.
[15] Robert K. Wittman, David Kinney: Die Rosenberg-Papiere. Die Suche nach den verschollenen Tagebüchern von Hitlers Chefideologen Alfred Rosenberg. München 2016, S. 338.
[16] Aalders (wie Anm. 12), S. 362f.
[17] BArch Koblenz, B 323/259.
[18] Johannes Koll: Arthur Seyß-Inquart und die deutsche Besatzungspolitik in den Niederlanden (1940-1945). Wien 2015, S. 457f.
[19] BArch Koblenz, B 323/259; de Vries (wie Anm. 2), S. 133f.; BArch Berlin, NS 8/132.
[20] Der Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof (IMG). Bd. 38. Nürnberg 1949, S. 26ff.
[21] BArch Koblenz, B 126/68475.
[22] BArch Koblenz, B 323/259.
[23] Prozeß (wie Anm. 20), S. 26f.; Aalders (wie Anm. 12), S. 364.
[24] BArch Berlin, NS 30/12.
[25] BArch Berlin, NS 30/12.
[26] Heinz Boberach (Hg.): Meldungen aus dem Reich 1938-1945. Die geheimen Lageberichte des Sicherheitsdienstes der SS. Bd. 15. Herrsching 1984, S. 5821.
[27] BArch Koblenz, B 126/117165.
[28] BArch Koblenz, B 126/117165.
[29] BArch Koblenz, B 126/68475.
[30] BArch Koblenz, B 126/117165.
[31] BArch Koblenz, B 126/117165.
[32] Niedersächsisches Landesarchiv – Standort Osnabrück (im Weiteren: NLA OS), Dep. 75b Nr. 82 u. Rep. 400 Best. 136 Nr. 23809.
[33] NLA OS, Dep. 75b Nr. 82.
[34] Eine Zusammenstellung aller Zeitungsanzeigen des Gaus Weser Ems von Frau Rosenbohm-Plate steht unter www.provenienzforschung.info zur Verfügung.
[35] Vgl. www.provenienzforschung.info.
[36]  Niedersächsisches Landesarchiv – Standort Aurich, Rep 17/1 Nr. 802.
[37] NLA OS, Rep. 430 Dez 101 Akz 8/66 Nr 115.
[38] NLA OS, Dep. 75b Nr. 82.
[39] Frank Bajohr: „Arisierung“ in Hamburg. Die Verdrängung der jüdischen Unternehmer 1933-1945. (Hamburger Beiträge zur Sozial- und Zeitgeschichte, Bd. 35). Hamburg 1997, S. 334f.
[40] Eine digitalisierte Liste mit allen bisher bekannten Verkaufsaktionen steht unter www.provenienzforschung.info zur Verfügung.
[41] Nach vorsichtigen Schätzungen belief sich der Gesamterlös auf 3,9 Millionen Reichsmark. Vgl. Margarete Rosenbohm-Plate: Der Verkauf von „Judenmöbel“ der „M-Aktion“ 1942-1944 im Gau Weser-Ems, in: „Im Schatten des totalen Krieges: Raubgut, Kriegsgefangenschaft und Zwangsarbeit“. Hemken/Ziessow (Hg.). Cloppenburg 2018, S. 199.
[42] Siehe www.provenienzforschung.info.
[43] Bajohr (wie Anm. 39), S. 335.
[44]  http://www.documentarchiv.de/ns.html (abgerufen am 18.1.2018).
[45] BArch Berlin, R 3101/9042.
[46] Zu den Objekten, vgl. Beitrag der Verfasserin „Museumsdorf Cloppenburg 1922 – 1945 – Sammlungsgeschichte und Provenienzforschung, in: Christina Hemken/Karl-Heinz Ziessow: „Im Schatten des totalen Krieges: Raubgut, Kriegsgefangenschaft und Zwangsarbeit“. Cloppenburg 2018 , S. 135-147.
[47] Terrine. Steingut. Villeroy & Boch, 1920er Jahre. Inventarnummer: 32404. Vgl. www.lostart.de. (Lost Art-ID: 576528).

 

Quellen
Bundesarchiv (BArch) Berlin
NS 8/132
NS 30/12
NS 30/226
R 177/772
R 177/774
R 177/775
R 3101/9042

 

Bundesarchiv (BArch) Koblenz
B 126/68475
B 126/117165
B 323/259

 

Niedersächsisches Landesarchiv– Standort Aurich
Rep 17/1 Nr. 802

Niedersächsisches Landesarchiv – Standort Oldenburg
Rep 400 Best136 Nr. 23809

 

Niedersächsisches Landesarchiv– Standort Osnabrück
Dep. 75b Nr. 82
Rep. 430 Dez 101 Akz 8/66 Nr. 115

 

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