Badbergen

Heimatverein Badbergen e.V.; Herbert Schuckmann (Bearbeitung): Badbergen 1945

„Unser Vater fuhr nach Osnabrück zum Arzt, sein Kopf tat ihm so weh, hier konnte man ihn nicht durchleuchten. Da stellte man fest – ein Stein war ihm auf den Kopf gefallen – er hatte einen Schädelriss. Es wurde immer schlimmer. Da brachte man ihn im Rote-Kreuz-Wagen ins Marienhospital nach Osnabrück. Abends gaben sie mir in Osnabrück Nachricht, dass es sehr schlimm stände. Ich habe auf den Knien zum Herrgott gefleht, mir meinen Mann zu lassen, da ich doch schon alles andere verloren. – Aber am anderen Tag holte man mich nach Osnabrück zu ihm ins Krankenhaus. Da habe ich Monate erlebt, ich kann es nicht beschreiben. – Der Mann todkrank. Die Kinder schutzlos, wohnten nun in der Schule, die man als Wohnung notdürftig eingerichtet hatte. Theo und mein Bruder Hermann waren längst zu ihren Einheiten zurück. Vorher hatte man noch Nachricht, wir könnten Möbel bekommen in Ankum oder auf dem Schützenhof [Fußnote Nr. 24]. Ich sagte ihnen: „Wenn es aber Judenmöbel sind, die will ich nicht haben, lieber eine Margarinenkiste als Polstermöbel, woran Blut und Tränen kleben‘, - und wir bekamen nichts! Nur das, was wir so von Bekannten bekamen.“